Heute geht es für uns auf die zweite Insel in Japan. Mit der Fähre setzen wir von Beppu auf Kyushu nach Yawatahama auf Shikoku über. Mit einer japanischen Gründlichkeit, und doch sehr effizient werden unsere Velos befestigt und für die kurze Überfahrt seetauglich gemacht.
Die Wetterprognose sagt bald Regen voraus, und zudem für heute Nachmittag Nordwind. Um dem Regen zu entkommen, fahren wir um die 60 Kilometer gegen einen zähen Gegenwind bis nach Matsuyama. Die Strecke führt dem Meer entlang, mit sehr diverser Fauna, wir sehen von Orangenbäumen bis zu rosa blühenden Wiesen fast alles.
Das Abendessen in Matsuyama ist unvergesslich. In einem kleinen Restaurant mit ungefähr fünf Plätzen wird Okonomiyaki frisch gekocht. Okonomiyaki ist viel fein geschnittener Kohl, auf einer grossen Platte gebraten und gedämpft, und dann mit einer Art Crêpe gedeckt, wo Nudeln darauf geschichtet werden und zuletzt wird Okonomiyaki noch mit Käse und Frühlingszwiebeln garniert. Richtig lecker. Im kleinen Restaurant werden wir von einem Stammgast in ein nettes Gespräch verwickelt, er war auch schon in der Schweiz auf Reisen.
Den nächsten Tag verbringen wir in Matsuyama, eigentlich ununterbrochen in strömendem Regen. Zum Frühstück gönnen wir uns ein Toastbrot mit Sakura-Aufstrich (Magnolien- und Kirschblütenaufstrich). Nebst einem Tempel und der süssen Tempelkatze haben wir nicht viel gesehen. Am nächsten Tag ist das Wetter etwas besser, und wir probieren den Einzel-Sessellift auf einen kleinen Hügel in der Stadt mit einer alten, sehr eindrücklichen Burg.
Aufgrund des Wetters haben wir unsere Velopläne etwa sieben Mal geändert, und uns schlussendlich entschieden mit der Fähre Richtung Hiroshima zu fahren, um dann mit dem Velo die vielen kleinen Inseln zwischen Honshu und Shikoku abzufahren. In Kure auf Honshu startet dieses Abenteuer, und über eine beeindruckende Hängebrücke geht es auf die Shimokamagari Insel. Von dort weiter über viele kleine Inseln, mit Brücken verbunden und Fähren bis auf Omishima. Dort angekommen, waren wir heute total auf zehn Inseln.
Wir probieren die Campingplatzempfehlung von Johan aus – gemäss Johan einer der besten Camping-Spots in Japan. Und wir stimmen ihm zu, direkt am Meer, mit Unterstand, einem Onsen in 5 Minuten Entfernung und einem kleinen Dörfchen mit Laden, Wäscherei und Restaurants in 10 Minuten Entfernung. Wir landen in einem der versteckten Izakaya-Restaurants, und kommen in den Genuss eines sehr kleinen Gourmet-ähnlichen Restaurants. Die Mini-Shrimps mit einem rohen Eigelb sind gewöhnungsbedürftig intensiv, aber geschmacklich sehr fein. Dazu gabs unter anderem Mais und Edamame (Soja-Bohnen).
Der nächste Tag ist wieder sehr regnerisch, und wir entscheiden uns, den Tag am Meer im Zelt zu verbringen. Das Zelt steht unter einem Unterstand, wir können trockenen Fusses das Zelt verlassen. Mit unseren Regenschirmen gehen wir auf einen kleinen Auslfug zum Onsen, und geniessen den langsamen Tag. Zum Glück scheint aber am darauffolgenden Tag die Sonne wieder. Am Morgen machen wir extra 400 Höhenmeter, um die tolle Aussicht von der Omishima-Insel zu geniessen, bevor wir über verschiedene Inseln zurück auf Shikoku fahren. Die letzte Inselverbindung sind drei aneinander gebaute Brücken, insgesamt 2.6 km lang, zum Teil über 70 Meter weit über dem Meer. Mit Sonnenuntergangsstimmung über den Reisfeldern geht es zum Toyo Ferry Terminal. Hier wartet die grosse Fähre auf uns, welche uns bis morgen früh nach Osaka bringt.




































