The Otter Nomads

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  • When life gives you tangerines

    12.05.2026
    Südkorea

    Von Jeonju aus starten wir Richtung Süden. Unser Ziel ist Mokpo, von wo wir die Fähre nach Jeju, die Ferieninsel der Südkoreaner*innen, nehmen. Die beiden Velotage sind stark geprägt von den Sakura-Blüten, entlang des Velowegs sind alle Bäume schneeweiss am blühen. Die Koreaner*innen scheinen die Sakura-Zeit genauso zu geniessen wie wir, eine Familie steht mitten auf einer Strasse um ein Foto zu machen. Wir verbringen einen kurzen Abend in Gwangju, einer Stadt mit grosser Bedeutung für Südkoreas Weg von der Militärdiktatur zur Demokratie. Leider haben wir keine Zeit, uns näher damit auseinanderzusetzen. Wir kommen spät an und haben eher Mühe, nach 20 Uhr noch etwas zu Essen zu finden.

    In Mokpo angekommen gönnen wir uns ein Hotelzimmer, da unsere Fähre erst um Mitternacht Richtung Jeju abfährt. Wir wärmen uns mit einer warmen Dusche auf und machen die detaillierte Routenplanung für Jeju. Nach einer kurzen, aber erstaunlich erholsamen Nacht auf der Fähre kommen wir morgens um 6 Uhr auf Jeju an. Unser Ziel ist es, die rund 240 Kilometer um die Insel in zwei Tagen zu fahren. Begleitet werden wir von Johan, einem Genfer, den wir Anfang November in Almaty getroffen hatten. Seither sind wir immer wieder via Instagram und WhatsApp mit ihm in Kontakt. Er reiste über vier Monate quer durch China mit dem Zelt, teils bei -20 Grad Celsius, während wir das schöne Wetter in Taiwan, Südchina, Australien und Südostasien genossen haben.

    Jeju ist einerseits bekannt als die Veloinsel Koreas, bereits auf der Fähre haben wir viele andere Velofahrende angetroffen. Andererseits hat die Insel auch einen besonderen Platz in der koreanischen Geschichte und unterscheidet sich historisch sowie kulturell vom koreanischen Festland. So haben sie einen eigenen Dialekt und die Familienstrukturen sind traditionell stärker matriarchal geprägt als im restlichen Korea. Das hängt damit zusammen, dass viele Familien vom Meer lebten: Meeresfrüchte und Algen wurden von Freitaucherinnen, den sogenannten Haenyeo, gesammelt. Wir besuchen ein Museum und erfahren einiges über die sozialen Strukturen, die Ausbildung und die Ausrüstung der Taucherinnen. Bereits zwischen 11 und 13 Jahren begannen viele Mädchen mit der Ausbildung. Heute haben die Taucherinnen eher Mühe, Nachwuchs zu finden, die meisten noch Aktiven sind zwischen 50 und 80 Jahre alt.

    Wir haben zwei wunderbare Velotage auf Jeju und wählen zum Glück die richtige Richtung für die Umrundung, sodass wir mit Rückenwind wieder in Jeju City ankommen. Wir geniessen das Wetter, die leckeren Tangerines, für die Jeju bekannt ist, und machen immer mal wieder Halt, um einen Tempel, Wasserfall oder besonders schönen Küstenabschnitt zu bestaunen. Die Tangerines schmecken nach Mandarine, sehen aber wie eine Orange aus. Die Zeit vergeht schnell und wir verabschieden uns nicht nur von Johan, sondern auch von Lea, die nach Jeju zurück nach Seoul fährt, um von dort aus zurück in die Schweiz zu fliegen.

    Leider schlägt das Wetter vor unserer Fährüberfahrt zurück aufs Festland um und und wir fahren bei Seitenwind und Windstärken von bis zu 50 km/h. Die fünf Stunden verbringen wir sitzend, möglichst wenig essend und den Horizont im Blick. Mit etwas Medikamente gegen die Übelkeit überstehen wir die Fahrt zum Glück ohne uns zu Übergeben.

    Von Sacheon auf dem Festland nehmen wir einen Bus nach Busan, unsere letzte Destination in Korea. Von hier aus werden wir die Fähre nach Fukuoka in Japan nehmen.

    In Busan geniessen wir nochmals die Sakura-Blüten, obwohl sie schon fast vorbei sind, lassen unsere Veloweg-Stempel zertifizieren und machen die letzten Vorbereitungen für Japan. Wir flicken das Zelt, schreiben Postkarten und geniessen nochmals die koreanische Kaffeekultur. Die Stadt gefällt uns sehr — sicherlich auch, weil wir grosses Glück mit dem Wetter haben. Sie liegt am Meer und ist in die Hügel gebaut, das Stadtbild erinnert uns ein bisschen an Hongkong.

    Nach drei erholsamen Tagen reisen wir aus Korea aus und verbringen zu unserer Überraschung eine ruhige und erholsame Nacht auf der Fähre. Da die Fähre zwei Tage später in Wartung geht, ist sie relativ gut ausgebucht und wir bekommen nur noch einen Platz im gemischten Schlafsaal. Ganz nach japanischem Stil schlafen wir auf Futonbetten, zu acht, ohne Sichtschutz, dicht nebeneinander gereiht.

    Jetzt freuen wir uns auf das letzte Land unserer Reise, das wir in den nächsten gut fünf Wochen noch erkunden werden.

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  • Brücken und Kirschblüten

    04.05.2026
    Südkorea

    Nach vier intensiven, sehr schönen Tagen ist unsere Zeit in Seoul bereits vorbei. Wir würden sofort wieder zurückkehren, die Stadt hat uns sehr gefallen. Auf dem Veloweg folgen wir dem Han-Fluss ins Landesinnere. Das Velowegnetz in Südkorea wurde vor einigen Jahren neu gestaltet, es gibt durchgehende Velowege von Nord nach Süd. Meistens folgen die Velowegen den breiten Flüssen und Kanälen, das bedeutet für uns wenig Steigungen und fast kein Verkehr. Zudem gibt es eine Gamification: Circa alle 30 Kilometer steht eine alte Telefonkabine, in welcher es einen Stempel gibt. In einem kleinen Büchlein, dem Bicycle Certification Passport, können die Stempel auf der richtigen Seite gesammelt werden. Sobald die Stempel von einem Veloweg vollständig sind, erhält man nach Überprüfung ein Abzeichen. Wenn alle Velowege komplett sind, gibt es eine Medaille mit Diplom. Eine Medaille werden wir vermutlich nicht kriegen, Stempel sammeln wir aber fleissig.

    Unsere Strecke führt uns zuerst aus Seoul raus, die Stadt will einfach nicht enden. Nach drei Stunden sind wir immer noch nicht am Stadtrand angekommen, respektive fliessend in eine nächste Stadt gefahren. Der Veloweg ist aber komplett am Fluss entlang geführt, und wir mussten uns kein einziges Mal im Verkehr bewegen. Nach und nach wird es ländlicher und hügeliger. Die Natur ist noch deutlich weniger weit, das Gras und die Bäume sehen aus als wäre der Winter gerade erst vorbei. Viel Landwirtschaft prägt die Gegend, hauptsächlich wird Gemüsebau betrieben. Wir fragen uns, wo es Tierhaltung gibt. Kaum haben wir uns das gefragt, sehen wir am nächsten Tag viele moderne Kuhställe.

    Weiter geht es durch wunderschöne Kirschblüten-Alleen. In Gongju geniessen wir nach einem langen Tag auf dem Velo die letzten Sonnenstrahlen bei der Besichtigung der Gongju-Burg, und auch hier können wir die blühenden Bäume beim Spaziergang auf der Festungsmauer bewundern. Am nächsten Morgen decken wir uns mit der lokalen Spezialität ein, ein mit Marroni gefülltes Gebäck. Sehr lecker!

    In Jeonju sind wir in der besagten Ursprungsstadt des bekanntesten koreanischen Gerichts, Bibimbap, angekommen. Bibimbap heisst übersetzt eigentlich gemischter Reis mit Gemüse, und das ist es auch. Bibimbap wird traditionell in einer heissen Steinschüssel serviert, mit Reis und verschiedenen Gemüse, teils fermentiert, eingelegt oder gekocht, und einem rohen Ei. In der heissen Steinschale vermischt wird alles erwärmt.

    In Jeonju gibt es nebst Bibimbap eines der grössten erhaltenen Hanok-Quartiere zu bewundern, eine Siedlung aus traditionellen koreanischen Häusern, die aus Holz, Erde, Stein und Reispapier, oft mit Ziegeldächern gebaut sind. Das Quartier ist aber inzwischen die Touristenattraktion und so fühlt es sich eher wie auf einem Jahrmarkt an, wo es Essen, Spiele und Souvenirs zu kaufen gibt. Zudem kann man auch hier, wie bereits in Seoul, traditionelle koreanische Kleidung mieten, um mitten im Hanok-Quartier und den umliegenden Tempeln ein Fotoshooting zu machen. Wir verzichten auf das Kostüum und besichtigen noch ein etwas kleineres Quartier mit vielen Streetart- und Graffitimalereien. Jeonju bietet wie vielerorts in Korea viele gemütliche Kaffees, mit leckeren Desserts und feinem Kaffee. Obwohl in Korea viel und gut gegessen wird, sind im Gegensatz die Restaurants weniger gemütlich. Die Leute sind oft nur kurz da, und insbesondere gibt es am Abend nur zwischen 18:00 und 20:00 Uhr offene Restaurants. Bei vielen muss bis 19:30 Uhr bestellt sein, ansonsten gibt es nichts mehr zu Essen.

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  • Seoul: Endlich wieder eine Stadt mit Seele

    30.04.2026
    Südkorea

    Die Stadt gefällt uns auf Anhieb sehr, sie ist äusserst lebendig und eine willkommene Abwechslung zu den chinesischen Planstädten. Als erstes machen wir einen Ausflug nach Chuncheon, dort warten unsere Päckli mit dem Campingmaterial auf uns. Wir hatten diese von Taiwan dorthin geschickt. Von Seoul führt ein durchgehender Veloweg bis nach Chuncheon, etwa 130 Kilometer. Wir treffen dort die Eltern von einem guten Freund von Silvans Schwester, und werden von ihnen zum Abendessen eingeladen. Zu unserer Überraschung isst der Vater kein Fleisch, etwas das in unserer Vorstellung in Korea sehr selten ist. Wir essen ein sehr leckeres lokales Gericht, kalte Buchweizen-Nudeln mit verschiedenen kleinen Beilagen. Nach dem Essen geht es in ein Dessert- und Kaffeelokal, ein Gewächshaus mit voller Erdbeeren und Tomaten. Leider müssen wir am Abend wieder zurück nach Seoul, mit dem Zug sind wir in knapp 1.5 Stunden zurück.

    In Seoul geniessen wir das Essen, die koreanische Küche ist sehr anders als in Südostasien und China. Highlight für Silvan sind die verschiedenen Kimchis, Kimchi ist fermentiertes Gemüse. Im Winter wird oft Chinakohl oder Rettich eingelegt. Im Kimchi-Museum sehen wir die vielen Varianten davon, und im kurzen Kimchi-Kurs lernen wir das Kimchi selbst herzustellen. 

    Am ersten Tag in Korea kaufen wir uns am Abend im Convenience-Store zwei kleine PET-Flaschen, welche wir anhand der Etikette als Wasser identifizieren. Beim ersten Schluck stellt sich heraus, dass es Soju ist. Soju ist Reisschnaps, und sehr beliebt in Korea. Die Variante aus der PET-Flasche war nicht sehr lecker, aber die eisgekühlte Version aus der Glasflasche zum Essen schmeckt schon besser. Am späteren Abend finden wir noch eine beeindruckende Whisky-Bar, welche mit ihrem Sortiment direkt mit einem Pub auf Islay in Schottland konkurrenzieren kann. 

    In Seoul ist aktuell die perfekte Zeit um Sakura-Sightseeing zu betreiben, die Kirschbäume blühen, und viele andere Sträucher und Bäume sind ebenfalls am blühen. In den Pärken und dem Fluss entlang wimmelt es von farbigen Bäumen, und von Leuten welche die Blüten fotografieren. Wir besuchen den Changdeokgung-Palast aus der Josen-Dynastie. Der Palast ist sehr weitläufig, mit flachen aber grossen Gebäude, sehr schlicht aus Holz gebaut. 

    Etwas, dass uns nebst den Sakuras ins Auge sticht, sind die vielen Kirchen und religiös angehauchten Kaffees. Gemäss unseren Quellen sind heutzutage beinahe ein Drittel der südkoreanischen Bevölkerung christlich. Die Kirchen sind allesamt sehr modern, und scheinen auch bei der jungen Bevölkerung Anklang zu finden. Wir landen zwei Mal aus Versehen in einem christlich angehauchten Kaffee, beide Lokale sind sehr modern und ansprechend eingerichtet. Es gibt Merchandise, wie Plüschkreuze oder Bibelsprüche zu kaufen. Da verzichten wir lieber drauf, und decken uns in der Veloladen-Strasse mit Gadgets und ein paar neuen Kleidern ein. 

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  • Business-Lunch in einer kleinen Hafenstadt

    25.04.2026
    China, Südkorea

    Die Zugfahrt von Shanghai nach Qingdao führt durch endlose Landwirtschaft, die Region ist bekannt für den Anbau von grünem Gemüse. Nebst dem Gemüse ist in China vorallem die Infrastruktur beeindruckend. Die gut 700 Kilometer fahren wir ausschliesslich auf Hochgeschwindigkeitsstrecken, oft auf einer Art Viadukt gebaut. Wir fahren durch grössere Städte, von welchen wir vorher noch nie gehört haben. Auffallend sind viele Energieproduktionsanlagen, von AKWs zu Wind- und Solarenergie. 

    In Qingdao erwartet uns schönes Wetter, aber ein eiskalter Nordwind. Wir kommen bereits in der Dämmerung am Bahnhof an, daher entscheiden wir uns am nächsten Morgen die Velos abzuholen. Wieder unterwegs mit den Velos, suchen wir das richtige Fährterminal, da wir online keine guten Informationen gefunden hatten. Wir wollen von Qingdao mit der Fähre nach Südkorea weiter. Obwohl wir mittlerweile ziemlich gut klar kommen mit den chinesischen Apps, fanden wir weder online Infos noch finden wir das korrekte Terminal auf Anhieb.

    Beim zweiten Fährterminal sind wir richtig, aber leider ist das Terminal geschlossen. Wir treffen auf eine Kioskbetreiberin, welche uns mitteilt, dass die Fähre erst wieder nächste Woche fährt. An einer Türe ist dann derselbe Hinweis auch noch angebracht. Also zurück ins Hotel und Alternativen recherchieren. Als wir die Website der Fährfirma im Detail übersetzen, erfahren wir, dass die Fähre in Wartung ist, und eigentlich ein Ersatzschiff fahren würde. Ein Anruf später wissen wir, dass dort keine Passagiere mitfahren können. 

    Im Internet stossen wir auf eine andere Fähre, in der nächsten Stadt im Norden, etwa 300 Kilometer entfernt von Qingdao. Wir rufen auf gut Glück dort an und zu unserer Überraschung findet sich jemand, welcher Englisch spricht. Er meint, dass die nächste Fähre übermorgen fährt. Perfekt für uns, also machen wir uns an die Organisation für einen Transport zu dieser Stadt. Über die App Lalamove finden wir einen Van, welcher unsere Velos für 60 Franken transportiert. 

    Wir haben etwas mehr Zeit als erwartet in Qingdao und schauen uns daher in aller Ruhe die Sehenswürdigkeiten an: Erstens die Tsingtao Brauerei, eine nach deutschem Vorbild gebaute Brauerei, um im frühen 20. Jahrhundert europäische Ausgewanderte mit Bier zu versorgen. Das Gebäude ist beeindruckend gut erhalten und sehr ähnlich den europäischen Brauereigebäuden. Zweitens gibt es eine Altstadt inklusive einer Kirche auf dem Hügel, wir fühlen uns als wären wir in einer europäischen Stadt gelandet. In einem grossen Shoppingcenter finden wir noch eine Eisbahn, passend zum kalten Wetter drehen Nora und Lea ein paar Runden auf den Schlööf.

    Am nächsten Morgen geht es mit Zug und Lalamove-Van nach Shidao zum Fährterminal. In Shidao angekommen treffen wir den englischsprachigen Kontakt der Firma, es stellt sich heraus das er für die IT verantwortlich ist. Er freut sich riesig uns zu treffen, und uns zu helfen. Er erzählt von einem polnischem Bikepacker-Pärchen, welchem er vor zehn Jahren auch mit der Fähre geholfen hat. Er hat uns bereits am Telefon gesagt, dass es an der Grenze einige Interviews gäbe, da die Grenze sehr wenig mit ausländischen Touristen zu tun hat. Wir dachten uns nichts weiter dabei, da wir uns seltsame Fragen der chinesischen Einreisebehörden mittlerweile gewohnt sind. 

    Casablanca, wie er sich auf Englisch nennt, lädt uns zum Mittagessen ein, wir geniessen ein sehr üppiges Angebot aus Meeresfrüchten und Fisch. Danach fährt er uns in seinem schicken Audi über das Hafengelände und zeigt uns die Fähre. Jetzt organisiert er zwei, drei Dinge per Telefon für dieses „Interview“. Und siehe da, es warten vier Leute mit zwei Kameras auf uns. Wir werden auf den letzten Metern zum Terminal gefilmt und für den ganzen Ausreise- und Zollprozess mit Kameras begleitet und interviewt. Das Interview läuft so ab, das Casablanca uns die Fragen auf Englisch übersetzt und uns klar vorgibt was wir sagen sollen. Eine einzigartige Erfahrung. Wir kommen schlussendlich doch noch zum Schiff und beziehen unser Zimmer. 

    Die Überfahrt nach Incheon in Südkorea ist unspektakulär, und wir starten gleich am Hafen mit dem Velo. Die ersten 20 Kilometer durch Hafen- und Industriequartiere bis zum Veloweg sind etwas hektisch, danach führt eine richtige Veloautobahn dem Ara-Kanal und Han-Fluss bis nach Seoul.

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  • Über Nacht nach Shanghai

    18.04.2026
    China

    Wir überqueren am Youyi Pass die chinesische Grenze, gemeinsam mit unzähligen Lastwagen welche hier zwischen den beiden Ländern Güter transportieren. Zudem sind hunderte fabrikneue Lastwagen aus China parkiert, welche auf den Import nach Vietnam warten. Nebst den vielen Gütern ist der Grenzübergang auf beiden Seiten ein beliebtes touristisches Ziel. Wir konnten dies bereits bei anderen Grenzübergangen beobachten, bei dieser Grenze gibt es aber sogar einige historische Gebäude zu sehen. Sobald wir in China aus dem Zollgebäude kommen, landen wir auf dem Selfie einer chinesischen Reisegruppe.

    Und China zeigt sich in den ersten Stunden sehr typisch: Riesige Strassen, welche in einer Sackgasse enden, gigantische Wohnsiedlungen, autonom fahrende Lieferfahrzuge (ZTO Express), 4-Sterne Hotelübernachtung für 20.- Franken und lebendige Nightmarkets mit sehr gutem Essen und frischen Fruchtsäften.

    Die nächsten drei Tage fahren wir bis Nanning. Hier haben wir im Dezember unsere Velos nach dem Zugtransport entgegengenommen und sind in die Halong-Bay geradelt. Jetzt werden wir hier wieder unsere Fahrräder aufgeben für den Zugtransport. Die etwa 300 Kilometer führten uns durch kleinere chinesische Städte (das heisst die Städte haben weniger als zwei Millionen Einwohnende). Die Städte wirken oft völlig überdimensioniert, mit breiten Strassen und wenig Verkehr. Die Wohnblocks erinnern gewissermassen an Plattenbausiedlungen in Osteuropa. Zwischen den Städten fahren wir durch Zuckerrohr-Plantagen. Das Zuckerrohr wird aktuell geerntet und auf überladenen Lastwagen zu den Fabriken gefahren. Erinnert an die Zuckerrüben-Gespanne im Seeland, aber die Lastwagen rauschen mit über 80 km/h an uns vorbei.

    Die letzten Kilometer nach Nanning sind vom grossstädtischen Verkehr geprägt, aber da es immer noch viele (motorisierte) Zweiräder gibt, fühlen wir uns ziemlich sicher auf dem Velo. Wir packen unsere Saccochen in grosse Plastiktaschen um und geben unser Velo für die Reise nach Qingdao ab. Qingdao liegt knapp 2’000 Kilometer Luftlinie an der ostchinesischen Küste.

    Von Nanning geht es in ein paar Stunden nach Shenzhen, dort haben wir Zeit für etwas Sightseeing im Kunstviertel, Nora lässt sich von der Atmosphäre inspirieren und nutzt die Zeit um zu malen. Am Abend fährt der nächste Zug, und auf diesen haben wir uns seit längerer Zeit gefreut. Ein Hochgeschwindigkeits-Nachtzug mit richtigen Betten. In der gigantischen Bahnhofshalle von Shenzhen Nord warten wir auf den G900, diese Verbindung gibt es erst seit Kurzem. Der Zug ist top-modern, fährt bis zu 350 km/h und bietet 4er Schlafabteile. Jedes Bett hat ein komfortables Kissen und Duvet. Morgens um 07:00 Uhr erreichen wir bereits Shanghai, Endstation dieses Zuges. Wir wären gerne noch länger unterwegs gewesen, aber der Zug ist dafür ausgelegt, pünktlich für Geschäftstermine in Shanghai zu sein. 

    In Shanghai erwartet uns Regen und sehr kaltes Wetter, wir kompensieren dieses mit viel Essen, Tee-Shopping und einem Spa-Besuch. Chinesiche Spas sind eine eigenartige (aber tolle) Erfahrung. Geschlechtergetrennt geht es in den Waschbereich, mit Sauna, Heiss- und Kaltwasserbecken. Dort sind alle Leute komplett nackt. Jetzt erhalten alle ein Art Pjiama und es geht weiter in den Essensbereich. Hier gibt es unlimitierte Früchte und Getränke, und weitere Speisen auf Bestellung. Nach dem Essen kommt der Spa- und Spassbereich. Gamingraum, Pedicure, Massagen oder Schlafkapseln gibt es hier. Die chinesischen Spas sind meistens 24 Stunden an 7 Tagen geöffnet. 

    Und ja, wir geniessen in Shanghai wieder einmal „westliches“ Essen. Ein bissen Abwechslung zu Nudeln, Dumplings, Reis, Tofu und grünem Gemüse. Zum Glück gibt es in Shanghai fabelhafte französiche Bäckereien, knusprige Pizza und orientalische Falafel.

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