Wir überqueren am Youyi Pass die chinesische Grenze, gemeinsam mit unzähligen Lastwagen welche hier zwischen den beiden Ländern Güter transportieren. Zudem sind hunderte fabrikneue Lastwagen aus China parkiert, welche auf den Import nach Vietnam warten. Nebst den vielen Gütern ist der Grenzübergang auf beiden Seiten ein beliebtes touristisches Ziel. Wir konnten dies bereits bei anderen Grenzübergangen beobachten, bei dieser Grenze gibt es aber sogar einige historische Gebäude zu sehen. Sobald wir in China aus dem Zollgebäude kommen, landen wir auf dem Selfie einer chinesischen Reisegruppe.
Und China zeigt sich in den ersten Stunden sehr typisch: Riesige Strassen, welche in einer Sackgasse enden, gigantische Wohnsiedlungen, autonom fahrende Lieferfahrzuge (ZTO Express), 4-Sterne Hotelübernachtung für 20.- Franken und lebendige Nightmarkets mit sehr gutem Essen und frischen Fruchtsäften.
Die nächsten drei Tage fahren wir bis Nanning. Hier haben wir im Dezember unsere Velos nach dem Zugtransport entgegengenommen und sind in die Halong-Bay geradelt. Jetzt werden wir hier wieder unsere Fahrräder aufgeben für den Zugtransport. Die etwa 300 Kilometer führten uns durch kleinere chinesische Städte (das heisst die Städte haben weniger als zwei Millionen Einwohnende). Die Städte wirken oft völlig überdimensioniert, mit breiten Strassen und wenig Verkehr. Die Wohnblocks erinnern gewissermassen an Plattenbausiedlungen in Osteuropa. Zwischen den Städten fahren wir durch Zuckerrohr-Plantagen. Das Zuckerrohr wird aktuell geerntet und auf überladenen Lastwagen zu den Fabriken gefahren. Erinnert an die Zuckerrüben-Gespanne im Seeland, aber die Lastwagen rauschen mit über 80 km/h an uns vorbei.
Die letzten Kilometer nach Nanning sind vom grossstädtischen Verkehr geprägt, aber da es immer noch viele (motorisierte) Zweiräder gibt, fühlen wir uns ziemlich sicher auf dem Velo. Wir packen unsere Saccochen in grosse Plastiktaschen um und geben unser Velo für die Reise nach Qingdao ab. Qingdao liegt knapp 2’000 Kilometer Luftlinie an der ostchinesischen Küste.
Von Nanning geht es in ein paar Stunden nach Shenzhen, dort haben wir Zeit für etwas Sightseeing im Kunstviertel, Nora lässt sich von der Atmosphäre inspirieren und nutzt die Zeit um zu malen. Am Abend fährt der nächste Zug, und auf diesen haben wir uns seit längerer Zeit gefreut. Ein Hochgeschwindigkeits-Nachtzug mit richtigen Betten. In der gigantischen Bahnhofshalle von Shenzhen Nord warten wir auf den G900, diese Verbindung gibt es erst seit Kurzem. Der Zug ist top-modern, fährt bis zu 350 km/h und bietet 4er Schlafabteile. Jedes Bett hat ein komfortables Kissen und Duvet. Morgens um 07:00 Uhr erreichen wir bereits Shanghai, Endstation dieses Zuges. Wir wären gerne noch länger unterwegs gewesen, aber der Zug ist dafür ausgelegt, pünktlich für Geschäftstermine in Shanghai zu sein.
In Shanghai erwartet uns Regen und sehr kaltes Wetter, wir kompensieren dieses mit viel Essen, Tee-Shopping und einem Spa-Besuch. Chinesiche Spas sind eine eigenartige (aber tolle) Erfahrung. Geschlechtergetrennt geht es in den Waschbereich, mit Sauna, Heiss- und Kaltwasserbecken. Dort sind alle Leute komplett nackt. Jetzt erhalten alle ein Art Pjiama und es geht weiter in den Essensbereich. Hier gibt es unlimitierte Früchte und Getränke, und weitere Speisen auf Bestellung. Nach dem Essen kommt der Spa- und Spassbereich. Gamingraum, Pedicure, Massagen oder Schlafkapseln gibt es hier. Die chinesischen Spas sind meistens 24 Stunden an 7 Tagen geöffnet.
Und ja, wir geniessen in Shanghai wieder einmal „westliches“ Essen. Ein bissen Abwechslung zu Nudeln, Dumplings, Reis, Tofu und grünem Gemüse. Zum Glück gibt es in Shanghai fabelhafte französiche Bäckereien, knusprige Pizza und orientalische Falafel.































































































































































































