Nach vier intensiven, sehr schönen Tagen ist unsere Zeit in Seoul bereits vorbei. Wir würden sofort wieder zurückkehren, die Stadt hat uns sehr gefallen. Auf dem Veloweg folgen wir dem Han-Fluss ins Landesinnere. Das Velowegnetz in Südkorea wurde vor einigen Jahren neu gestaltet, es gibt durchgehende Velowege von Nord nach Süd. Meistens folgen die Velowegen den breiten Flüssen und Kanälen, das bedeutet für uns wenig Steigungen und fast kein Verkehr. Zudem gibt es eine Gamification: Circa alle 30 Kilometer steht eine alte Telefonkabine, in welcher es einen Stempel gibt. In einem kleinen Büchlein, dem Bicycle Certification Passport, können die Stempel auf der richtigen Seite gesammelt werden. Sobald die Stempel von einem Veloweg vollständig sind, erhält man nach Überprüfung ein Abzeichen. Wenn alle Velowege komplett sind, gibt es eine Medaille mit Diplom. Eine Medaille werden wir vermutlich nicht kriegen, Stempel sammeln wir aber fleissig.
Unsere Strecke führt uns zuerst aus Seoul raus, die Stadt will einfach nicht enden. Nach drei Stunden sind wir immer noch nicht am Stadtrand angekommen, respektive fliessend in eine nächste Stadt gefahren. Der Veloweg ist aber komplett am Fluss entlang geführt, und wir mussten uns kein einziges Mal im Verkehr bewegen. Nach und nach wird es ländlicher und hügeliger. Die Natur ist noch deutlich weniger weit, das Gras und die Bäume sehen aus als wäre der Winter gerade erst vorbei. Viel Landwirtschaft prägt die Gegend, hauptsächlich wird Gemüsebau betrieben. Wir fragen uns, wo es Tierhaltung gibt. Kaum haben wir uns das gefragt, sehen wir am nächsten Tag viele moderne Kuhställe.
Weiter geht es durch wunderschöne Kirschblüten-Alleen. In Gongju geniessen wir nach einem langen Tag auf dem Velo die letzten Sonnenstrahlen bei der Besichtigung der Gongju-Burg, und auch hier können wir die blühenden Bäume beim Spaziergang auf der Festungsmauer bewundern. Am nächsten Morgen decken wir uns mit der lokalen Spezialität ein, ein mit Marroni gefülltes Gebäck. Sehr lecker!
In Jeonju sind wir in der besagten Ursprungsstadt des bekanntesten koreanischen Gerichts, Bibimbap, angekommen. Bibimbap heisst übersetzt eigentlich gemischter Reis mit Gemüse, und das ist es auch. Bibimbap wird traditionell in einer heissen Steinschüssel serviert, mit Reis und verschiedenen Gemüse, teils fermentiert, eingelegt oder gekocht, und einem rohen Ei. In der heissen Steinschale vermischt wird alles erwärmt.
In Jeonju gibt es nebst Bibimbap eines der grössten erhaltenen Hanok-Quartiere zu bewundern, eine Siedlung aus traditionellen koreanischen Häusern, die aus Holz, Erde, Stein und Reispapier, oft mit Ziegeldächern gebaut sind. Das Quartier ist aber inzwischen die Touristenattraktion und so fühlt es sich eher wie auf einem Jahrmarkt an, wo es Essen, Spiele und Souvenirs zu kaufen gibt. Zudem kann man auch hier, wie bereits in Seoul, traditionelle koreanische Kleidung mieten, um mitten im Hanok-Quartier und den umliegenden Tempeln ein Fotoshooting zu machen. Wir verzichten auf das Kostüum und besichtigen noch ein etwas kleineres Quartier mit vielen Streetart- und Graffitimalereien. Jeonju bietet wie vielerorts in Korea viele gemütliche Kaffees, mit leckeren Desserts und feinem Kaffee. Obwohl in Korea viel und gut gegessen wird, sind im Gegensatz die Restaurants weniger gemütlich. Die Leute sind oft nur kurz da, und insbesondere gibt es am Abend nur zwischen 18:00 und 20:00 Uhr offene Restaurants. Bei vielen muss bis 19:30 Uhr bestellt sein, ansonsten gibt es nichts mehr zu Essen.






































































































































































