Von Mai Chau fahren wir Richtung Ba Vì, das nördlich von Hanoi liegt. Ein beliebtes Tagesausflugsziel von Hanoi aus. Unterwegs kommen wir an einer Crocs-Fabrik vorbei, ein auch in Vietnam sehr beliebter Schuh. Ansonsten haben wir während unserer Zeit in Vietnam weniger Produktionsstätten gesehen als erwartet. Bei Ba Vì ragen drei hohe Berge aus der flachen Ebene, wobei der höchste 1‘296 Meter hoch ist. Auf zwei der drei Gipfel stehen beeindruckende Tempel, einer davon ehrt Hồ Chi Minh. Um die beiden Tempel zu erreichen, müssen insgesamt 1’000 Treppenstufen erklommen werden. Begleitet wird der Aufstieg durch die Ballade von Hồ Chi Minh, die aus den Lautsprechern entlang der Treppe ertönt. Die Vietnames:innen erklimmen die Treppen mit Geschenken für den Altar und gewisse geniessen nach erfolgreichem Aufstieg ein ausgewogenes Mittagessen mit vietnamesischem Wein.
Die spärliche Auswahl an Restaurants im Ort und unsere abgelegene Unterkunft führen dazu, dass wir Pasta einkaufen und zur Abwechslung für uns kochen. In den etwas grösseren und auch touristischen Orten gibt es jeweils diverse Essenslokale und Kaffees, ab von den üblichen Pfaden und in den ländlicheren Gegenden fällt das Angebot aber eher spärlich aus. Die regionalen Unterschiede erscheinen uns in Vietnam deutlich ausgeprägter als in den Regionen, die wir in Taiwan und China mit dem Velo durchquert haben. Wir diskutieren unsere weiteren Reisepläne für Vietnam und machen erneut eine Änderung. Aufgrund der anhaltenden schlechten Wetterlage und des vielen Verkehrs entscheiden wir uns gegen den ursprünglich geplanten Ha Giang Loop. Stattdessen wollen wir den Cao Bằng Loop im Nordosten des Landes fahren. Von Ba Vì organisieren wir uns einen Pickup-Transport nach Cao Bằng.
Cao Bằng ist ein deutlich lebendiger Ort als Ba Vì und der Ausgangsort für viele Tagestouren in der Region. Das schlechte Wetter kommt leider mit uns mit, so fahren wir am ersten Tag im Regen Richtung chinesische Grenze. Auch hier ist die Region stark durch die Karstlandschaft geprägt, die Häuser erinnern einem aber eher an das ländliche China und unterscheiden sich stark von jenen im Nordwesten von Vietnam. Wir besuchen eine der vielen Karsthöhlen der Region und bestaunen die riesigen Stalaktiten und Stalagmiten. Die höchste der zusammenhängenden Höhlen ist 60 Meter hoch. Beeindruckende Dimensionen und Formen, die wir in einer 1,5-stündigen Führung bestaunen. Die Nacht verbringen wir direkt an der Grenze und besuchen am nächsten Tag bei schönstem Wetter den wunderschönen Wasserfall, Bản Giốc, der die Grenze zwischen China und Vietnam bildet. Zu unserem Erstauen hat es auf beiden Seiten keine gross sichtbare Militärpräsenz und es fahren von beiden Seiten die gleichen Boote in die Nähe des Wasserfalls.
Die Route folgt zuerst noch eine Weile dem Grenzfluss bevor sie wieder ins Landesinnere von Vietnam abbiegt. Unsere Unterkunft liegt auf einem Karsthügel und wir wählen leider den schlechteren der beiden Wege die zur Hütte führen, den offiziellen Wanderweg. So müssen wir am Ende des Tages noch unsere Velos inklusive Gepäck hochstossen. Für die Aussicht hat sich der anstrengende Weg auf jeden Fall gelohnt, wir werden mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.
Die restlichen Kilometer bis China sind unspektakulär. Wir geniessen aber noch ein letztes Bánh mì und ein Kokosmilch-Kaffee und geben unser letztes Bargeld aus, bevor wir ein viertes und voraussichtlich letztes Mal auf dieser Reise nach China einreisen.
Mai Chau -> Ba Vì
Cao Bằng Loop -> Pingxiang (China)
















































































































































































