Die Stadt gefällt uns auf Anhieb sehr, sie ist äusserst lebendig und eine willkommene Abwechslung zu den chinesischen Planstädten. Als erstes machen wir einen Ausflug nach Chuncheon, dort warten unsere Päckli mit dem Campingmaterial auf uns. Wir hatten diese von Taiwan dorthin geschickt. Von Seoul führt ein durchgehender Veloweg bis nach Chuncheon, etwa 130 Kilometer. Wir treffen dort die Eltern von einem guten Freund von Silvans Schwester, und werden von ihnen zum Abendessen eingeladen. Zu unserer Überraschung isst der Vater kein Fleisch, etwas das in unserer Vorstellung in Korea sehr selten ist. Wir essen ein sehr leckeres lokales Gericht, kalte Buchweizen-Nudeln mit verschiedenen kleinen Beilagen. Nach dem Essen geht es in ein Dessert- und Kaffeelokal, ein Gewächshaus mit voller Erdbeeren und Tomaten. Leider müssen wir am Abend wieder zurück nach Seoul, mit dem Zug sind wir in knapp 1.5 Stunden zurück.

In Seoul geniessen wir das Essen, die koreanische Küche ist sehr anders als in Südostasien und China. Highlight für Silvan sind die verschiedenen Kimchis, Kimchi ist fermentiertes Gemüse. Im Winter wird oft Chinakohl oder Rettich eingelegt. Im Kimchi-Museum sehen wir die vielen Varianten davon, und im kurzen Kimchi-Kurs lernen wir das Kimchi selbst herzustellen. 

Am ersten Tag in Korea kaufen wir uns am Abend im Convenience-Store zwei kleine PET-Flaschen, welche wir anhand der Etikette als Wasser identifizieren. Beim ersten Schluck stellt sich heraus, dass es Soju ist. Soju ist Reisschnaps, und sehr beliebt in Korea. Die Variante aus der PET-Flasche war nicht sehr lecker, aber die eisgekühlte Version aus der Glasflasche zum Essen schmeckt schon besser. Am späteren Abend finden wir noch eine beeindruckende Whisky-Bar, welche mit ihrem Sortiment direkt mit einem Pub auf Islay in Schottland konkurrenzieren kann. 

In Seoul ist aktuell die perfekte Zeit um Sakura-Sightseeing zu betreiben, die Kirschbäume blühen, und viele andere Sträucher und Bäume sind ebenfalls am blühen. In den Pärken und dem Fluss entlang wimmelt es von farbigen Bäumen, und von Leuten welche die Blüten fotografieren. Wir besuchen den Changdeokgung-Palast aus der Josen-Dynastie. Der Palast ist sehr weitläufig, mit flachen aber grossen Gebäude, sehr schlicht aus Holz gebaut. 

Etwas, dass uns nebst den Sakuras ins Auge sticht, sind die vielen Kirchen und religiös angehauchten Kaffees. Gemäss unseren Quellen sind heutzutage beinahe ein Drittel der südkoreanischen Bevölkerung christlich. Die Kirchen sind allesamt sehr modern, und scheinen auch bei der jungen Bevölkerung Anklang zu finden. Wir landen zwei Mal aus Versehen in einem christlich angehauchten Kaffee, beide Lokale sind sehr modern und ansprechend eingerichtet. Es gibt Merchandise, wie Plüschkreuze oder Bibelsprüche zu kaufen. Da verzichten wir lieber drauf, und decken uns in der Veloladen-Strasse mit Gadgets und ein paar neuen Kleidern ein. 

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