Von Kuala Lumpur reisen wir zum Taman Negara Nationalpark, etwa drei Autostunden im Landesinneren. Der Nationalpark ist ein Regenwald, wir erkunden einen sehr kleinen Teil davon zu Fuss. Entgegen vieler Reiseberichte wollen uns keine Blutegel auffressen, dafür sehen wir einige Leguane und Geckos, hören sehr viele uns unbekannte Vögel und geniessen die Aussicht von einem kleinen Hügel auf den grünen Wald. Es gibt hier eine siebentägige Wanderroute auf den höchsten Gipfel auf Malaysias Festland, bei diesen Temperaturen sind wir uns aber einig, dass der kleine Spaziergang die für uns bessere Wahl ist. 

Vom Taman Negara geht es weiter in die Cameron Highlands, hier wird nebst Tee auch Gemüse und Früchte angepflanzt. Der Hauport liegt auf knapp 1’500 MüM, es ist angenehm kühl. Da wir einem Wochenende hier sind, hat es enorm viele Ausflügler aus der Haupstadt, welche ebenfalls die kühlen Berge geniessen. Es ist vergleichbar wie ein Ausflug nach Interlaken oder in die Aareschlucht an einem schönen Sommertag. Landschaftlich schön, aber deutlich zu viele Menschen. Wie bereits in Taman Negara ist abgesehen von der Natur unser Highlight die Küche von Malaysia. Sehr abwechslungsreich, gewisse Gerichte sind ähnlich wie indische Currys, andere sind näher an der für uns thailändische Küche. Ansonsten gibt es viele stir-fried Gerichte mit verschiedenen Nudeln oder Reis. 

Von den Cameron Highlands fahren wir mit einem sehr komfortablen Bus über die Stadt Ipoh zur Insel Pulau Pangkor. Die Insel liegt nur etwa 15 Minuten mit der Fähre vom Festland entfernt, und ist sehr klein. Auf der Strasse ist die Insel nach etwa 15 Kilometer bereits umrundet. Mit einem der zahlreichen uralten, pinken Toyota Minibusse, welche als Taxi unterwegs sind, fahren wir auf schmalen und sehr steilen Strässchen über einen Hügel auf die andere Seite der Insel. Hier in Teluk Nipah bleiben wir vier Nächte, und die meiste Zeit verbringen wir am wunderschönen Strand. Das Meer ist klar, fast keine Wellen, aber am Nachmittag ist die Wassertemperatur eher vergleichbar mit Pastawasser. Sehr schön, aber nicht extrem erfrischend. Dafür gibt es feinen Wassermelonen-Saft in der Strandbar und wunderschöne Sonnenuntergänge. 

Ab und zu sehen wir einen Hornbill (Nashorn-Vogel), welche in den Bäumen am Strand leben. Mit seinem riesigen, gelben Schnabel ähnelt er dem Tukan, die Nashornvögel sind aber eine eigene Gattung. Am Morgen und Abend werden wir jeweils von den Affenfamilien unterhalten, die gemeinsam den kleinen Ort unsicher machen. Unser Tier-Highlight ist aber einen im Meer schiwmmenden und tauchenden Waran, eine grosse Echse, zu beobachten. Wir wussten gar nicht, dass diese Tiere auch Unterwasser und im Meer unterwegs sind. Gruselig und faszinierend zugleich.

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