Nach einem entspannten Monat auf der Südhalbkugel setzen wir unsere Reise in Singapur fort. Aktuell ohne Fahrräder, diese warten in Hanoi auf uns. Singapur hat zur Überraschung von Silvan, der vor knapp 20 Jahren schon einmal hier war, doch noch historische Gebäude und kunterbunte Essensmärkte, sogannte Hawker Centres, zu bieten. Zusammen mit Matthias, dem ehemaligen Arbeitskollegen von Silvan, erkunden wir die Stadt. Matthias wohnt seit einigen Jahren hier und zeigt uns die Stadt als Expat. Nebst den üblichen Sightseeing Zielen und einem Besuch im Kunstmuseum, wollen wir die auf den sozialen Medien bekannten Otter sehen. Seit einigen Jahren gibt es in den Flüssen und Pärken in Singapur wieder Otter, und ganze Otterfamilien werden teils mitten auf Spazierwegen in einem der vielen Pärke gesichtet. Wir stehen früh auf, und spazieren durch den schönen Bishan-Ang-Park. Wir sehen zwar Warane (grosse Echsen), aber keine Otter. Kurz vor Mittag, als wir den Fluss entlang zu einem Kaffee laufen, entdeckt Nora plötzlich zwei Otter im Fluss. Sie jagen gerade Fische, und wir beobachten sie für ein, zwei Minuten bevor sie mit ihrer Beute untertauchen. Doch noch erfolgreich gewesen.

Unser Hotel in Singapur liegt in Little India, und da wir an Thaipusam hier sind, erleben wir dieses grosse Hindu-Fest ganz aus der Nähe. Um Mitternacht startet der grosse Umzug, bei welchem die Feiernden mit einem milchgefüllten Gefäss auf dem Kopf von einem Tempel gleich neben unserem Hotel zu einem anderen Tempel in der Stadt ziehen (insg. 5km zu Fuss). Damit wird der Sieg der Hindu-Gottheit Murugan über Surapadman geehrt. Die Verehrenden tragen nebst dem Gefäss häufig spezielle Gewänder und teils grosse Piercings, an welchen sie ganze Wagen ziehen. Der Anblick ist sehr beeindruckend, aber auch schmerzhaft anzusehen. Der farbenfrohe Umzug dauert über 24 Stunden, und wir erleben ihn immer wieder aufs Neue, wenn wir unser Hotel verlassen.

Nach drei Tagen in Singapur geht es weiter nach Kuala Lumpur, mit dem Zug sind es knapp fünf Stunden dorthin. Nach einigen Metro- und Busfahrten erreichen wir das nördliche Ende der Singapur-Insel und reisen nach Malaysia ein. Die Grenze zwischen Singapur und Malaysia ist 100% automatisiert, wir müssen nur unseren Pass zweimal scannen, um die automatischen Türen zur Ausreise und später zur Einreise zu öffnen. 

Die Zugfahrt verläuft unspektakulär, wir fahren durch zahlreiche Palmöl-Plantagen und kommen pünktlich in der malaysischen Hauptstadt an. Das heiss-feuchte Klima ist in Kuala Lumpur noch ausgeprägter als in Singapur, es ist meistens zwischen 33 und 35 Grad heiss bei etwa 80% relativer Luftfeuchtigkeit. Kurz: gewöhnungsbedürftig. Insbesondere, weil alle Innenräume, egal ob Metro oder Kaffee, auf etwa 20 Grad runtergekühlt sind. Wir geniessen trotzdem die Sonne und Wärme und wollen nicht zu stark klagen. 

Am ersten Abend holen wir Azade, eine Kollegin von Nora, am Flughafen ab. Sie verbringt ihre Ferien mit uns in Malaysia und kommt direkt aus der kalten Schweiz. Wir erkunden das abwechslungsreiche Kuala Lumpur zusammen, bewundern Streetart-Kunstwerke und probieren verschiedene Gerichte aus. Das Essen ist wirklich sehr gut, es hat uns bereits im November bei unserem ersten Besuch sehr geschmeckt.