Von den vier Wochen in Australien planen wir zwei, drei Wochen am Strand zu verbringen. Die restliche Zeit wollen wir nutzen, um dieses riesige Land zu erkunden. Bei der Recherche finden wir eine Website um Mietautos günstig zu mieten, wenn man das Auto in einer begrenzten Zeit vom einen zum anderen Ort verschiebt. Die Miete kostet nur 1 Dollar pro Tag. Spontan buchen wir zwei Mietautos, zuerst mit einem SUV von Melbourne nach Adelaide, und dann mit einem Offroad-Camper weiter nach Perth. Aufgrund der begrenzten Zeit haben wir insgesamt nur neun Tage Zeit für den Roadtrip quer durch Australien.
Von Melbourne aus ist unser erster Stopp Kennett River. Hier stolpern wir durch Eukalyptuswälder auf der Suche nach Koalas. Immerhin ist es bereits späterer Nachmittag, und wir sind in der ersten halben Stunden erfolgreich. Wir entdecken hoch oben in den Baumwipfel zwei Koalas, der erste ist am Schlafen, auch eine Stunde später hat er noch die gleiche Position inne. Der Andere ist aktiver, klettert den Baum hoch, grunzt, frisst und liefert eine komplette Show. Wir sind sehr happy.
Von Kennett River fahren wir auf der Great Ocean Road Richtung Osten an den zwölf Aposteln vorbei. Ein enorm schöner Küstenabschnitt mit vielen wilden und verlassenen Stränden. Wir sehen in einem Park nebst Koalas auch Emus und Wallabys. Die erste Miete ist bald vorbei, die letzte Nacht verbringen wir südlich von Adelaide in einem charmanten Küstenstädtchen, welches wir mit etwas mehr Zeit gerne ausführlicher erkundet hätten. Wir müssen aber am nächstem Tag früh los, um rechtzeitig unseren Camper abzuholen und das andere Auto zurückzugeben.
Nach dem Autotausch fahren wir mit unserem Toyota Hilux durch die bekannten südaustralischen Weingebiete, Barossa und Clare Valley, Richtung Port Augusta. Nebst Rebstöcken ist die Landschaft stark geprägt von riesigen Weizenfelder, die sich endlos über die hügelige Landschaft erstrecken.
In Port Augusta kaufen wir für die nächsten fünf Tage ein. Unsere Route führt uns über den Eyre Highway direkt durch die Nullarbor-Ebene, eine Karstwüste die sich auf dem grössten Stück Kalkstein (200’000 Quadratkilometer) der Welt gebildet hat. Die West-Ost Durchquerung nimmt über 1’200 km unseres Roadtrips in Anspruch. Aufgrund des sehr ariden Klimas besteht die Vegetation überwiegend aus kleinem Gestrüpp, kaum ein Baum in Sicht – daher auch der Name Nullarbor. Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt – nur ab und zu fahren wir an einem Roadhouse mit Tankstelle vorbei. Dafür hat es umso mehr Roadtrains, die berühmten Lastwagen mit bis zu vier Anhängern. Der längste von uns entdeckte Roadtrain hat 24 Achsen, viermal länger als ein Sattelschlepper in der Schweiz.
Die Nullarbor-Ebene schaffen wir in einem Tag, bei einem kurzen Stopp treffen wir sogar einen Radfahrer an, welcher hier entlang fährt. Wir überlegen uns kurz, ob wir uns vorstellen könnten, hier mit dem Velo unterwegs zu sein, aber finden beide, dass es zu eintönig ist. Und auch überraschend viel Verkehr hat. Zurück in Westaustralien zieht es uns ans Meer, wir steuern Esperance an der Südküste an. Hier ist das Klima zwar sonnig, aber Luft und Meer sind nochmals frischer als in Yallingup im Südwesten. Wir finden einen simplen Campingplatz ohne Infrastruktur, dafür direkt am Meer. Hier geniessen wir zwei Badetage, und entspannen uns am Meer und geniessen die Aussicht im Dachzelt.
Die Route nach Perth führt uns zuerst zum bekannten Wave Rock. Eine Granit-Gesteinsformation, die durch Erosion und Witterung zu einer Welle geformt wurde. Diese ist beeindruckend, wir hatten uns die Ausmasse jedoch grösser vorgestellt. Den kurzen Spaziergang bei knapp 40 Grad gönnen wir uns, sind aber dann rasch wieder im gekühlten Auto. Nach 4’400 gefahrenen Kilometer erreichen wir wieder Perth.




































